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Salzkammergut Festwochen  Gmunden 2017
Konzert "CAMERATA KREMSEGG", am 22. April 2017 in der Pfarrkirche Traunkirchen

Mit prächtiger Klangentfaltung präsentierte das Instrumental- und Vokalensemble CAMERATA KREMSEGG, Ensembleleitung Konrad Fleischanderl, in der Pfarrkirche Traunkirchen ein Programm mit hohem Anspruch. Im Doppelkonzert von J.S. Bach spielten die glänzend disponierten Solisten, Josef Fuchsluger auf der Violine und Oboist Peter Tavernaro ihre perlende Technik aus und überzeugten einprägsam im Adagio. Glockenrein ertönte vom Vokalensemble das Trio aus dem "Elias", "Hebe deine Augen auf" von Mendelssohn und eine Motette aus "Exsultavit" von Burkhart. Das sakrale Meisterwerk von Giovanni Battista Pergolesi "Stabat Mater" berührte zutiefst durch die vokale Präsentation der beiden Solistinnen Elisabeth Breuer, Sopran; Christa Ratzenböck, Alt und des Chores (Einstudierung Simone Weigl). Dezent und präzise begleitete das Instrumentalensemble. Josef Habringer leitete die beeindruckende Aufführung.

("Krone", FD)
 

Konzert am 8. Mai 2016 im Gewölbesaal auf Schloss Kremsegg
Beeindruckendes Konzerterlebnis im Gewölbesaal des Schlosses Kremsegg

Vor allem die "Missa sub titulo Sti. Leopoldi" von Michael Haydn (1737-1806) mit dem in Intonation und Klangkultur - auch solistisch - fulminant besetzten "Vokalensemble der Oö. Vokalakademie" und dem in aufgelockerter Brillanz mit Streichern und zwei Waldhörnern besetzten "Österreichischen Bachkollegium" vermittelte den Zuhörern pure Begeisterung. Zuvor das berühmte "Stabat Mater" von Pergolesi (1710 bis 1736), in dessen Verlauf neben dem Damenchor auch die in Stimme und Ausdruck bravorösen Solistinnen Ursula Langmair (Sopran) und Christa Ratzenböck (Alt) brillierten. Als Dirigent erfreute Domkapellmeister Josef Habringer.

(KRONE, Balduin Sulzer)

 

Konzert am 08. Mai 2016 im Gewölbesaal auf Schloss Kremsegg
Begeisternde Chormusik auf Schloss Kremsegg

Im Gewölbesaal auf Schloss Kremsegg, dem zukünftigen Kulturzentrum des Landes, fand mit dem Österreichischem Bach Collegium und einem Vokalensemble der Oö. Vokalakademie ein Konzert statt. Wieder stand, wie kürzlich in St. Florian, das "Stabat Mater" von Giovvanni Battista Pergolesi am Programm. Der Damenchor in Kleinbesetzung mit den beiden Solistinnen Ursula Langmair (Sopran) und Christa Ratzenböck (Alt) - von Konrad Fleischanderl einstudiert und vom Domkapellmeister Josef Habringer übernommen - überzeugte mit treffsicherer Gestaltung dieser barocken, figural ausladenden Pergolesimusik und homogenem Chorklang sowie anspruchsvollen Soli und Duetten, vereint mit dem versiert begleitenden Bach Collegium und Christine Wieder (Orgelcontinuo). Dass das Damenvokalensemble auch noch A-cappella-Gesänge in glasklarer Intonation und als eigenständiges Ensemble präsentierte, wurde von den Konzertbesuchern mehr als bewundert. Für die abschließende, selten aufgeführte Oberchormesse mit Orchester von Michael Haydn "Missa sub Titulo Sti. Leopoldi" kamen die vielen kleineren solistischen Beiträge stets von ausgesucht treff- und klangsicheren Choristinnen. Im gut besuchten Saal gab es viel Zustimmung und Applaus.

(grub)

 

 

INTERNATIONALES BRUCKNERFEST 2015 - Brucknerhaus Linz
Präsentiert von der Musiksammlung des Landes Oö. 

Beeindruckende Stücke, hochzufriedenes Publikum
Ingo Ingensand, Werner Steinmetz, Helmut Schmidinger und Gerald Resch stellten beim Brucknerfest neue Kompositionen vor.
Nicht alle Dienstagabend im Brucknerhaus aktiven Komponisten würde man als jung bezeichnen; allerdings ist die Musik lebender Komponisten im Vergleich zum Standardrepertoire erst den Kindertagen entwachsen. Diese präsentierten aber keinen unfertigen jungen Wein, sondern reife, technisch perfekt komponierte Klangdelikatessen, die vom Oktavian Ensemble und vom Österreichischen Bach Collegium mit Leidenschaft kredenzt wurden. Ingo Ingensand dirigierte sein eigenens Opus 7, ein Stüc, das für die 16 Solostreicher einen tatsächlichen "Zusammenstreit", so der Titel der Komposition, bedeutete. Ein Konzert im wahrsten Sinn, das jeden einzelnen mit rhythmischer Finesse und klanglicher Vielfalt herausforderte und den Schöpfer in der Tradition der deutschen Moderne zeigt und den Lehrer Boris Blacher bei aller Eigenständigkeit nicht leugnet: hervorragend komponiert, klanglich fein ausgelotet und emotional packend.
Danach ein klanglicher Wechsel zum Oktavian Ensemble, das mit Kontrafagott, Bassklarinette und Englischhorn ausnutzte und klanglich mit ungewöhnlichen Lösungen überraschte.
Spaß fand man auch in Helmut Schmidingers "Quasi Divertimento", das zwar vom Umfang her beinahe symphonische Dimensionen annahm, aber vom ersten fest eingeplanten Stimmen der Instrumente an augenzwinkend durch die Partitur streifte. Selbst wenn es im zweiten Satz etwas ernster zuging, überwog auch hier das Vergnügen.
Ob Gerald Reschs seiner damals frisch geborenen Tochter gewidmetes Stück "Spin" als Wiegenlied taugt, ist zu bezweifeln. Seine Klangsprache ist die avantgardistische, kann aber die Tradition, in der sie steht, nicht leugen. Nur spielt sie nicht offen damit, sondern abstrahiert sie und lässt nur hin und wieder den großen romantischen Bogen eruptiv hervorbrechen.
Vier beeindruckende Stücke, vier überzeugende Interpretationen und ein hochzufriedenes Pubklikum. Was will man mehr?

(OÖN, wruss)
 

 

J. S. Bach - Weihnachtsoratorium im Linzer Brucknerhaus, 20.12.2014

Weiterführung der hörenswerten Konzertserie "Festival Advent Weihnacht" im Linzer Brucknerhaus. Diesmal war das Weihnachtsoratorium BWV 248 (Kantaten 1-3) von J. S. Bach an der Reihe. Es musizierten die glänzend disponierten, größtenteils aus dem Brucknerorchster kommenden Instrumentalisten des Österreichischen Bach Collegiums sowie der auf Klangkultur und rhythmische Exaktheit bedachte Kammerchor KlangsCala Salzburg und mit Gerhild Zeilner, Eva Leitner, Michael Nowak und Rafael Fingerlos ein geschicktes Vokalquartett. Die Leitung der drei Kantaten lag beim Salzburger Landeschorleiter Helmut Zeilner, welcher, gezielt zwischen tänzerischer Lebhaftigkeit und kontemplativer Ruhe pendelnd, eine insgesamt spannende und reich bejubelte Darbietung in den Raum stellte.

("Krone", Balduin Sulzer)

 

 

J. S. Bach - Weihnachtsoratorium - Große Aula der Universität Salzburg - 22.11.2014

Die Überschrift bedarf einer Erklärung: Das Oratorium besteht aus 6 Kantaten, welche von Meister Bach früher für verschiedene weltliche Feiern komponiert worden waren. Diese 6 Werke verwendete er in der Folge für 6 Kantaten, als Weihnachtsoratorium zusammengefasst. Bemerkenswert ist, wie der neue religiöse Text mit der ursprünglich weltlichen Musik harmoniert. Der Organisator und Dirigent Helmut Zeilner beschränkte sich auf die ersten drei Teile mit einer Dauer von etwa 1 1/2 Stunden, ohne Pause.

Zwar jauchzte ich nicht, aber frohlockte doch, als der Dirigent nach den letzten Worten des Schlusschorals den Dirigierstab weglegte - symbolisch gemeint, denn er dirigiert höchst ausdrucksvoll nur mit den Händen. Jetzt erst, zwei Tage vor dem Heiligen Abend, war für mich Weihnachten wirklich nahe, nachdem ich mich die ganze sogenannte Adventzeit durch die größtenteils kitschüberladene Stadt gedrängt, ja fast gequält hatte. .......
Bachs Weihnachtsoratorium, eindrucksvoll und mit sehr viel Liebe, vielleicht sogar Frömmigkeit aufgeführt, macht vieles gut, was andere verdarben. Der Kontrast zwischen zeitloser religiöser Kunst und ephemerem Eventkult könnte deutlicher nicht sein!
Der erfahrene Chorleiter und Dirigent Helmut Zeilner hatte am Sonntag zuvor im Linzer Brucknerhaus mit der Premiere dieses Oratoriums großen, verdienten Erfolg, der sich in seiner Heimatstadt wiederholte. Das aus Mitgliedern des Linzer Brucknerochesters rekrutierte Österreichische BachCollegium bewährte sich. Es bestand aus einem kleinen Streicherteam und mehreren, häufig auch solistisch eingesetzten Bläsern und wurde von ihm liebevoll geführt und motiviert. Feinnerviges Musizieren und sinnlicher, festlicher Klang waren der Lohn. Die schwierig zu spielenden Trompetenstöße erklangen effektvoll und mit höchster Präzision. Sein neu gegründeter und von ihm geleiteter Chor namens KlangsCala, der sich aus Alt und Jung zusammensetzt, wodurch eine sehr delikate Klangmischung entsteht, bewältigte die Chorpartie des Bach'schen Wunderwerkes auf beachtenswerte Weise. Das Bemühen, Erkenntnisse und Neuerungen von Nikolaus Harnoncourt (durch zeitgenössische Instrumente realisiert) mit einem modernen Orchester zu kombinieren, war offenkundig und unüberhörbar. Für mich war dieser gewagte Versuch besonders interessant und originell. "Die Dichte und das Niveau der Salzburger Chorlandschaft sind erfreulich hoch", stellt der Landeschorleiter Helmut Zeilner fest - und der muss es ja wissen.
An das Solistenquartett werden sehr hohe Anforderungen gestetll. Gerhilde Zeilner (Sopran), Eva Leitner (Alt), Michael Nowak (Tenor) und Rafael Fingerlos (Bass) meisterten die schwierigen Partien mit Anstand, wobei der Tenor besonders hervorstach. Helmut Zeilners Erkenntnis, dass  bei  Bach jede Silbe ihre eingene Dynamik hat, fand in der sorgfälltigen Arbeit an den Klangfarben und der Sprachmelodie eingehende Beachtung und trug wesentlich zum Gesamterfolg bei.
Für das beeindruckte Publikum, das die Große Aula bis auf den letzten Platz füllte, blieb nur ein Wunsch offen: die nächsten drei Kantaten in gleicher Besetzung recht bald genießen zu dürfen.

(Der Neue Merker - Ferdinand Rudolf Dreyer / Erwin Niese)

 

 

Europäische Wochen Passau 2013
Konzertmeister Mario Seriakov strahlt über das ganze Gesicht, seine Augen blitzen. Ein verschwörerischer Blickwechsel mit Peter Tavernaro an der Oboe, dann stürzen sich beide ins Finale des Bach-Konzerts für Violine und Oboe in d-Moll. Mit einer Lust am Dialog, Freude am Präsentieren und Appetit auf fülligen, leuchtenden Klang, die absolut ansteckend sind. "Nichts Köstlicheres, nichts Spaßigeres, nichts Genussvolleres als Bach" ist die Botschaft, die das Österreichische Bach Collegium und seine Solisten an diesem Konzert der Europäischen Wochen in die Ortenburger Marktkirche tragen.
Die Elitetruppe des Linzer Brucknerorchesters musiziert quasi von alleine. Wenn Dirigent Konrad Fleischanderl eingreift, tut er es mit den kleinen Gesten des Technikers, der hier an einer Schraube dreht und dort ein Knöpfchen drückt, sich aber sofort zurücknimmt, wenn alles funktioniert. Das hat zur Folge, dass das Orchester seinen ganz offensichtlich vorhandenen Willen zur Gestaltung und sein ungeheures Können nicht immer voll ausschöpft − und die Musik an manchen Stellen mehr nach funktionsfähigem, denn nach funkensprühendem Bach klingt. (KJ)

 

Da Da DaBaBa

 

Bach und mehr mit Brillianz und Spielfreude
Das Österreichische Bach-Collegium spielte sich in der Pfarrkirche von Bad Schallerbach mit Brillianz und Spielfreude in die Herzen des Publikums. Ein anspruchsvolles und abwechslungsreiches Programm, unter anderem das Bach'sche Doppelkonzert für Oboe und Violine in d-Moll sowie Corellis Weihnachtskonzert, wurde virtuos und souverän dargeboten. Die Solisten, Mario Seriakov, Violine (Konzertmeister des Brucknerorchesters) und Peter Tavernaro, Oboe (Professor an der Anton Bruckner Universität) musizierten betreffend Artikulation, Phrasierung und Balance in vollkommener Einheit. Nach lange anhaltendem Applaus, welcher mit einer Zugabe belohnt wurde, erfolgte eine Einladung zu weiteren Konzerten in  Bad Schallerbach. (kw)

 

 

Bach und Doppelbauer im Linzer Brucknerhaus  22.5.2012
Ansprechender Auftritt des Österreichischen Bach Collegiums im Linzer Brucknerhaus: Das Ensemble erfreute unter Konrad Fleischanderl mit einer in ganz unbekümmerter Frische musizierten C-Dur Orchestersuite BWV 1066 von J. S. Bach sowie mit Bachs Solokantate BWV 82 "Ich habe genug" mit Martin Achrainer als ausdrucksbetonten Bass-Solisten.
Viel Beifall erntete die junge Laura Jungwirth, die als fulminant aufspielende Solistin des von Tibor Pazmany souverän geleiteten Bratschenkonzertes des Welser Komponisten Josef Friedrich Doppelbauer (1918-1989) Aufsehen erregte.

Krone, Balduin Sulzer
 

 

"Jauchzet, frohlocket" ...  17.12.2011
tönte es am Samstag klangstark zum Auftakt von Bachs "Weihnachtsoratorium I-III", einem Fixpunkt im Konzertkalender vor den festlichen Tagen, in der Linzer Reihe "Musica Sacra" aus dem Altarraum der fast vollen Friedenskirche.
Brucknerchor Linz und Collegium vocale prästentierten sich gemeinsam in Großbesetzung, beneidenswert dicht besetzt auch in den Männerstimmen, mit Textdeutlichkeit in den Chorälen als homogener  Klangkörper, der der Aufführung von Anfang an Glanzlichter aufsetzte. Mit dem Chor-Experten Konrad Fleischanderl (...) stand ein um Disziplin und Einsatzbereitschaft wissender Dirigent am Pult, dem es schlicht um ein werkgerechtes Dienen an der Barockmusik ging. Das Österreichische Bach-Collegium bestritt den Orchesterpart mit Hingabe und machte Neugierig auf 2012, da es sämtliche Kantaten- und Orchesterwerke Bachs im Brucknerhaus aufführen will. Für die Arien und Rezitative stand ein verlässliches Solistenquartett mit Oratorien-Erfahrung zur Verfügung: die Schweizer Sopranistin Judith Graf mit hellem Timbre, die viel beschäftigte Altistin Christa Ratzenböck, der auch koloraturfeste Tenor Michael Nowak und Adreas Lebeda, dessen Bass sich bei Konzertaufgaben immer erfolgreicher bewährt. Starker, langer Beifall. (GSz)

 

 

Bach, Corelli und Haydn in höchster Qualität  28.6.2011
Das Österreichische Bach-Collegium musizierte gemeinsam mit dem Linzer Brucknerchor in der Stadtpfarrkirche Steyregg, welche sich durch ihre erfreulich gute Akustik auszeichnete. Das Concerto grosso in g-Moll von Arcangelo Corelli und die Orchestersuite in D-Dur, BWV 1068 wurden in großartiger Spiellaune, präzise in Dynamik, Artikulation und Agogik interpretiert. Die solistischen Leistungen der Bläser und Streicher gelangen ebenfalls wunderbar und wurden souverän ausgeführt. Der Linzer Brucknerchor gestaltete das Te Deum von Joseph Haydn mit  höchster Qualität. Intonation, Textdeutlichkeit und eine rhythmisch locker perlende Fuge wurden zu einem gut gelungenen kammermusikalischen Gesamtwerk. (kw)

 

 

"LOBGESANG" im Brucknerhaus - Rarität aus erster Hand
Auf dem Programm stand Felix Mendelssohn Bartholdys "Lobgesang", eine "Symphoniekantate nach Worten der Heiligen Schrift" für Soli, Chor und Orchester und damit ein formal eigenwilliges, experimentierfreudiges Werk. Jetzt aber wird es sehr selten gespielt. Und offen bleibt dabei die Frage, ob zu Recht, wie einige prominente Stimmen meinen. Die Partitur gibt jedenfalls - wenn man von streckenweiser Redseligkeit absieht - dem Chor wirkungsvolle Aufgaben zum Entfalten und Brillieren. Die Hundertschaft aus Brucknerchor und Collegium Vocale Linz (Einstudierung Josef Habringer) füllte am Montag das Podium des Brucknerhauses und sang dank bester Vorbereitung mit Klangsinn und Homogenität wie aus einem Mund. Den Instrumentalpart besorgte ein erst kürzlich gegründetes Instrumentalensemble (Konzertmeister Mario Seriakov), welches aus Mitgliedern des Brucknerorchesters besteht. Die Soloaufgaben waren übertragen: Donna Ellen mit strahlendem, höhensicheren Organ (1. Sopran), Andres Pözlberger (2. Sopran) mit klangvoller Stimme und Kurt Azesberger (Tenor), souverän und wortdeutlich in der Diktion eines Oratorium-Evangelisten. Konrad Fleischanderl als Dirigent sorgte mit Hingabe für eine packende saubere Aufführung.
Diese gelungene Begegnung bedeutete für den Zuhörer auf jeden Fall einen Gewinn, um sich selbst und nicht erst aus zweiter Hand über die Stärken und Schwächen der Partitur ein Urteil zu bilden. (fz)

 

 

Barocke Klänge in Vollendung / J.S. Bachs "Weihnachts-Oratorium" in Bad Ischl
Ein Klangerlebnis der besonderen Art war dieses empfindungsreiche Werk des bedeutendsten Meisters des deutschen Barock, Johann Sebastian Bach, welches im bestens besuchten Kongress- und Theaterhaus Bad Ischl mit dem Brucknerchor Linz und den Mitgliedern des Brucknerorchesters unter der Leitung von Konrad Fleischanderl zur Aufführung gelangte. Vom ersten bis zum letzten Takt war diese protestantische Kirchenmusik vom eindringlich linearen Stil getragen, der zur festlichen Besinnung der Menschen führte. Der Dirigent kann auf eine erfolgreiche Laufbahn als internationaler Gesangssolist, Orchester- und Kammermusiker und Dirigent verweisen. Diese Vielseitigkeit befähigt ihn auch, die Mitwirkenden zu einer optimalen Homogenität zu führen. Der Brucknerchor bewies auch diesmal seine gesantliche Stärke eindrucksvoll. Die Mitglieder des bekannten Brucknerorchesters konnten ebenfalls mit voller Klangschönheit aufwarten. Die Solisten des Abends verfügten über Ausdruckskraft und entsprechendes Klangvolumenl insbesondere der Tenor Kurt Azesberger. Er hat sich bereits einen internationalen Namen als Evangelist gemacht. Die kanadische Sopranistin Donna Ellen wusste ihre Partien gesanglich harmonisch zu gestalten.

 

 

J. S. Bachs "Weihnachtsoratorium " im Brucknerhaus
Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium scheint immer wieder im Linzer Konzertangebot auf. Die Gründe hiefür sind die Freude an der Begegnug mit Bekanntem und mit der genialen musikalischen Umsetzung von adventlicher Einstimmung. Diese Fakten trugen am Montag dazu bei, dass der Große Saal des Brucknerhauses restlos ausverkauft war, als der Brucknerchor Linz, deutlich verjüngt und in großer Besetzung auftrat und die ersten drei Teile in einer ordentlichen Aufführung vermittelte. Der Chor war gut einstudiert und wirkte klangstark. Die Mitglieder des Brucknerorchesters boten ein sehr sicheres, sauberes und prägnantes instrumentales Fundament, zudem insbesondere die solistische Leistung der Damen und Herren Holzbläser sowie das Konzertmeistersolo (Mario Seriakov) gehörten.
Am Dirigentenpult zeigte Konrad Fleischanderl mit Vorliebe für recht zügige Tempi seine Qualitäten als Chorerzieher. Viel Beifall (fz)

 

 

"Klangvolles zum Advent" / MUSICA SACRA, Chor-Orchesterkonzert, Minoritenkirche 12.12.2010 

Der Advent verführt zu Konzert-Themen aus seinem zeitlichen Umfeld, diesmal waren es zwei weinig bekannte Werke. Der Brucknerchor gestaltete seine Aufgaben mit viel Klangsinn, Einsatzfreude und sicher dank der sauberen Einstudierung durch Dirigent Konrad Fleischanderl. Doch mehr Homogenität hätte manchen Zusatznutzen gebracht. Für die instrumentalen Partien standen die versierten Musiker des "Österreichischen BachCollegiums" zur Verfügung. Tibor Pazmany wirkte als Organist verlässlich wie immer. Werner Karlinger (Harfe) sorgte für Sphärenklänge. Das Solistenquartett bildeten der klangschöne Sopran (Judith Graf), der warme Alt (Jadviga Scheinpflugova), der wirkungsvolle Tenor (Michael Nowak) und der kraftvolle Bass (Martin Achrainer), der aber die klangliche Balance im Ensemble verschob. Bachs Kantate "Wachet auf, rut uns die Stimme" wurde anschaulich vermittelt. Saint-Saëns "Weihnachtsoratorium" war besonders bei den Instrumentalisten gut aufgehoben. Das uraufgeführte "EpitaphE... pour orchestre" des Schweizer Haig Vartan war ein Fremdkörper.

OÖ Nachrichten vom 14.12.2010 / fz